Kemptner Tobel

Herbstfarben

Herbstfarben
Herbstfarben
Zwischen dem langweiligen satten Grün des Sommers und dem kalten kahlen Braun des Winters überraschen uns jedes Jahr die leuchtenden Farben des Herbstes. Wie ein kleines Wunder verwandeln sich die Wälder und präsentieren das ganze Spektrum zwischen dunklem Purpur und hellem Gelb. Es wird Zeit für eine kleine Wanderung durch die herbstlichen Wälder. Für einmal ist Farbfotografie auf dem Programm. Meine Vorliebe für Schwarzweiss-Fotografie muss diesmal zu Hause bleiben. Heute ist Farbe gefragt. Dank Digitaltechnik natürlich kein Problem.
Quelle: http://map.geo.admin.ch/
Quelle: http://map.geo.admin.ch/

Das Kemptner Tobel

Im Kemptner Tobel Im Kemptner Tobel
Diesen Tipp habe ich vom Wanderpapst Thomas Widmer («Zu Fuss», Band 2 aus dem Echtzeitverlag). Das Kemptner-Tobel liegt zwischen Kempten und Bäretswil im Zürcher Oberland. Gleich hinter der alten Nagelfabrik taucht man ein in eine stille Welt (sofern keine Schulreise unterwegs ist) voll Formen und Farben sowie das beruhigende Rauschen des Aa-Bachs, welcher dieses Tobel geformt hat.
Man kann es kaum glauben, dass diese Idylle im 19. Jahrhundert der Industrialisierung gedient hat. Noch sind Zeugen dieser Zeit in Form zweier Türme sichtbar. Damals wurde die Kraft des Wassers über Räderwerke und Drahtseile an die umliegenden Fabriken geleitet - Elektrizität war noch nicht industriell nutzbar.

Im Kemptner Tobel

Der grossse Giessen

Der spektakulärste Ort ist sicherlich der «Grosse Giessen». Ein wunderschöner Wasserfall betritt hier die Szenerie, welche mich an eine große Theaterbühne erinnert.
Ich klettere ins Bachbett und baue das Stativ ganz tief auf, damit eine überzeugende Perspektive mit lebendigem Vordergrund zustande kommt.

Der grosse Giessen

Wunderschön gelegen ist auch der kleine See mitten im Wald mit den Spiegelungen der Herbstfarben.

Kleiner See mitten im Wald

Der Aa-Bach

Zur Technik

Der Aa-Bach Der Aa-Bach
Immer wieder halte ich inne und montiere die Kamera aufs Stativ; es macht richtig Spass in dieser Stille nach geeigneten Motiven Ausschau zu halten. Es sind vor allem die Farben, welche die Bilder dominieren, eine ausgewogene Komposition von Formen ist im Wald fast nicht möglich. Die richtige Belichtung ist kritisch, besonders wenn der Himmel im dunklen Wald ins Spiel kommt. Da besteht natürlich die Gefahr der ausgefressenen Lichter. Für das fliessende Wasser habe ich eine Belichtungszeit von einer halben Sekunde gewählt - vom Stativ natürlich. Für die Bearbeitung in Photoshop habe ich die Farben bewusst ein wenig mehr gesättigt.

Das beste Resultat mit den feinsten Einstellmöglichkeiten erreicht man mit einer sogenannten Lab-Sättigung. In einem anderen Beitrag werde ich dieses Verfahren beschreiben. Es ist anfänglich recht aufwändig, lässt sich aber in Photoshop automatisieren.

Hier noch der Link zu den grossen Bildern in meiner Fotogalerie.