Dateinamen

Problemstellung

Jede Digitalkamera generiert zu den Bildern einen Dateinamen. Dieser ist von Kamera zu Kamera verschieden. Immer beinhaltet er einen nichtssagenden Namen sowie eine fortlaufende Nummer (zum Beispiel DSCN1234.jpg oder MSCN1234.ARW) Die Dateierweiterung kennzeichnet den Typ des Bildes (JPEG, TIFF oder herstellerspezifisches RAW).
Nach dem Import der Bilder auf den PC kann es vorkommen, dass Dateinamen zweimal vorkommen können. Zum Beispiel wenn man mehrere Kameras besitzt oder wenn der Zähler in der Kamera (absichtlich oder unabsichtlich) zurückgesetzt wurde. In jedem Fall wird man im Laufe der Zeit und mehreren Tausend Bildern ein heilloses Durcheinander mit Dateinamen erhalten.
Doch was ist dagegen zu tun? Mehrere Möglichkeiten bieten sich an; in diesem Artikel beschreibe ich, wie ich das Problem für mich gelöst habe.

Beschreibender Dateiname

Oft wird der originale Dateiname durch den Benutzer mit einer Beschreibung des Bildinhaltes erweitert. Beispiele:
  • DSCN1234 Baum im Emmental.jpg oder
  • MSCN 5678 Korsika 15.RW2 
Bei einer überschaubaren Anzahl Bilder mag das ein machbarer Ansatz sein, insbesondere, wenn man die Bilder auch streng themenbezogen in Dateiordnern speichert («Emmental», «Korsika»).
Ich persönlich plädiere sehr dafür, Bildinhalt und physische Datei getrennt zu halten, das heisst, den Dateinamen nicht mit dem Bildinhalt zu erweitern.
Bildinhalte gehören in die sogenannten Metadaten. Dort können nach Belieben Bildtitel, Bildbeschreibung, Stichworte etc. zugefügt werden, welche es ermöglichen, das Bild nach verschiedenen Kriterien systematisch zu beschreiben und - vor allem - gezielt wiederzufinden. Dem Thema "Metadaten und deren Nutzung" werde ich einen eigenen Artikel widmen.

So mache ich das

Beim Importieren von Bildern von der Kamera in den PC führe ich eine immer nach dem gleichen System ablaufende Umbenennung der Dateien durch. Im neuen Dateinamen sind anschliessend die folgenden fünf Informationen enthalten:
  • Autorenkürzel
  • Laufnummer
  • Aufnahmedatum
  • Aufnahmezeit
  • Dateityp
Diese Informationen gewähren mir unter allen Umständen einen eindeutigen Dateinamen und stellen wichtige Dateidaten (nicht Bildinhaltsdaten) zur Verfügung.
  • Als Autorenkürzel verwende ich mein eigenes Kurzzeichen (HJK), falls die Aufnahmen von mir stammen. Falls ich für jemand anderen Bilder in mein Archiv importieren muss (Familie), dann verwende ich ein entsprechendes.
  • Die Laufnummer ist fünfstellig. Diese wiederholt sich also nach 100'000 Aufnahmen. Sie wird durch einen underscore vom Autorenkürzel abgetrennt.
  • Das Aufnahmedatum enthält Jahr, Monat und Tag. Es entspricht der Datumseinstellung der Kamera und ist auch im Windows-Explorer sichtbar.
  • Die Aufnahmezeit enthält Stunde, Minute und Sekunde. Sie entspricht der Zeiteinstellung in der Kamera und ist ebenfalls im Windows Explorer zu sehen.
  • Der Dateityp wird von der Kamera (JPG, TIF, RAW) oder vom RAW-Konverter (DNG) vergeben, je nach eingestellter Bildqualität.
Wichtig (und selbstverständlich) ist natürlich, dass Datum und Zeit in der Kamera richtig eingestellt ist - auch in den Ferien in einer anderen Zeitzone.

Beispiele aus Lightroom

Gemäss obiger Darstellung tragen die Bilder in meinem Lightroom-Archiv die folgende Dateinamen-Struktur:
  • HJK_12345_20101105_124456.dng
Falls ich vom gleichen Bild eine externe Bearbeitung (zum Beispiel in Photoshop) mache, welche eine physische Kopie des Bildes benötigt, so ergänze ich den Dateinamen (automatisch) mit dieser Ergänzung: Cnnn, wobei nnn eine laufende Nummer ist:
  • HJK_12345_20101105_124456_C123.dng
Damit kann ich gleiche Bilder immer noch als solche identifizieren und dennoch sehen, dass es die Kopie eines Originals ist.

Einstellungen in Lightroom

Dateinamenvergabe in Lightroom
Dateinamenvergabe in Lightroom

Beispiele aus Photoshop Elements Organizer und Adobe Bridge

Etwas ähnliches ist auch mit Photoshop Elements und Adobe Bridge möglich, allerdings nicht ganz mit der gleichen Flexibilität wie mit Lightroom (zum Beispiel Aufnahmezeit ist nicht möglich):
  • ABC_2011 02 19_1234.jpg
Es lässt sich damit eine eindeutige Struktur und Identifizierung ermöglichen. Allfällige Erweiterungen für Kopien müssen manuell ergänzt werden. Doppelte Dateinamen können erst ab 10'000 Bildern pro Tag auftreten - das sollte reichen.

Einstellungen beim Import in PSE und Adobe Bridge

Dateinamenvergabe in PSE 8 und Adobe Bridge beim Import
Dateinamenvergabe in PSE 8 und Adobe Bridge beim Import

Stapel-Umbenennung in Adobe Bridge

In Adobe Bridge (nicht in PSE) lassen sich bereits importierte Bilder stapelweise umbenennen, und zwar nach dem gleichen System wie bei Lightroom.
Stapel Umbenennung in Adobe Bridge
Stapel Umbenennung in Adobe Bridge

Fazit

Ich verwende obiges System nun schon einige Jahre und hatte noch nie das Bedürfnis, etwas daran ändern zu müssen. Ich denke, es hat sich bewährt.