Andreas Feininger beschreibt in seinem Buch «Kompositionskurs der Fotografie», wie unschöne Bildbegrenzungen entstehen und wie sie verbessert werden können.
Andreas Feininger:
Unschöne Bildbegrenzungen können verbessert werden, indem man kleine Ausschnittsveränderungen beim Vergrössern vornimmt. In dieser Hinsicht sollten drei Regeln beachtet werden — die einzigen »Kompositionsregeln, zu denen ich nie Ausnahmen gefunden habe:
- Kleine weisse Flächen, die in den Bildrand auslaufen, geben den Anschein, als sei der Bildrand «angeknabbert»; das wirkt um so unangenehmer, je dunkler die anschliessenden Flächen sind. Solche hellen Stellen macht man beim Vergrössern durch Nachbelichten dunkler.
- Runde Formen oder Kurven, die nahe am Bildrand liegen, sollten nie die Ränder des Bildes berühren. Entweder sollen sie durch genügenden Abstand vom Bildrand getrennt oder aber kühn angeschnitten sein, d. h., ein verhältnismässig grosser Teil der Kurve wird im Bild abgeschnitten.
- Linien, die mehr oder weniger diagonal gegen eine der Bildecken verlaufen, sollten nie genau den Winkel spalten, der von der waagerechten und senkrechten Kante des Bildes gebildet wird. Statt dessen sollten sie in genügender Entfernung von der Bildecke entweder in die senkrechte oder in die waagerechte Kante auslaufen.
Andreas Feininger:«Kompositionskurs der Fotografie», Econ Verlag GmbH Wien, 1974, ISBN 3430 12705 X, vergriffen.
Beachtet man diese einfachen Regeln bei der Aufnahme oder beim späteren Schneiden, so vermeidet man schon einmal die auffälligsten Bildmängel.

































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