Oct 262012
 

Zuerst geht’s ganz bequem von der Talstation in Leukerbad hoch bis zur Station Rinderhütte. Dort ist im Winter der Ausgangspunkt für das ganze Skigebiet in Leukerbad. Jetzt im Spätsommer sieht hier alles trostlos und verlassen aus.

Sofort nach der Bergstation Rinderhütte beginnt der Aufstieg zum Torrenthorn – gleichmässig und nicht allzu streng. Wir haben eine wunderschönen Tag erwischt und die Aussicht auf die Walliser Alpen ist schon jetzt vielversprechend.

Die Viertausender der Walliser Alpen sind zum Greifen nah. In der Bildmitte das Weisshorn (4506 m ü.M.), am rechen Bildrand der Dent Blanche (4357 m ü.M.). Immer wieder benutze ich kleine Verschnaufpausen, um einige Bilder zu knipsen.

Schon kommt der Gipfel des Torrenthorns in greifbare Nähe. Im wesentlichen eine öde Geröllhalde – zum Glück nicht sehr steil. Wegen der dünnen Luft schnaufe ich wie ein altes Dampfross – jede Gelegenheit, anzuhalten und ein Foto zu schiessen ist willkommen.

Auf der anderen Talseite von Leukerbad sieht man den Gemmipass, flankiert vom Daubenhorn (links in den Wolken). Im Hintergrund das Steghorn, davor die Lämmern Alp mit der Lämmerenhütte.

Noch einmal der Blick südwärts zum Weisshorn und zum Dent Blanche. Dazwischen ist das Zinalrothorn und das Matterhorn; heute leider durch Wolken verdeckt.

Endlich oben angelangt. Das Torrenthorn ist «nur» 2998 m hoch – ich muss mich ein wenig strecken um auf 3000 m zu kommen. Der Wind bläst richtig stürmisch und es ist rotz des schönen Wetters lausig kalt.

Der Blick gegen Osten: Im Vordergrund der Majing-Gletscher mit dem Kleinen Torrenthorn. Im Hintergrund die Bergkette des Lötschentals. Am rechten Bildrand das Bietschhorn (3934 m ü.M.).

Schon beginnt wieder der Abstieg. Der Blick zurück zum Gipfelkreuz und zum Bietschhorn im Hintergrund.

Da geht’s runter über schroffen Fels und Geröllhalden bis zur Bergstation Rinderhütte. Im Hintergrund das Wallis gegen Westen. Alles in Allem eine relativ leichte Wanderung (700 m Auf- und Abstieg), aber die dünne Luft macht sich doch bemerkbar.

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Oct 222012
 

«Zur rechten Zeit am richtigen Ort.» Das ist einer der wichtigsten Grundsätze für Fotografen. Für gute aussagestarke Landschaftsbilder bedeutet das in der Regel früh morgens oder spät abends, wenn die Sonne tief am Himmel steht. Nur dann liefert das flach einfallende Licht deutliche Strukturen und eine gute Tiefenwirkung.

Sehr spannend sind Aufnahmen am frühen Morgen zur blauen Stunde und kurz nach Sonnenaufgang. Die Sache hat allerdings einen Hacken: Man muss früh in der Dunkelheit raus, damit man mindestens eine Stunde vor Sonnenaufgang am richtigen Ort ist. Jetzt im Oktober ist das nicht mehr so schwierig, da die Sonne erst ungefähr um acht Uhr aufgeht (Sommerzeit).

Ich habe herausgefunden, dass am 21. Oktober die Sonne ziemlich genau über dem Säntis aufgeht, wenn ich auf dem Aussichtsturm Altberg bei Dänikon stehe. Die genauen Daten: Blaue Stunde Beginn: 07:22 Uhr; Sonnenaufgang: 07:55 Uhr. Ausserdem haben wir zur Zeit relativ viel Nebel im Tal, welcher sich erst gegen Mittag auflöst. Diese Konstellation könnte einige interessante Aufnahmen ermöglichen.

Also marschiere ich früh Morgens los und steige mit Stirnlampe bewaffnet durch den stockdunklen Wald hoch zum Altberg (ca. 40 Minuten). Wegen des Nebels beträgt die Sicht trotz Licht nur einige Meter. Aber ich kenne den Weg; somit ist das kein Problem. Noch nicht ganz oben, sehe ich die ersten Sterne – das scheint schon mal zu klappen. Kaum bin ich oben auf dem Aussichtsturm beginnt der Himmel sich aufzuhellen – die Blaue Stunde beginnt (07:25 Uhr). Schnell Stativ aufgestellt, Kamera mit Grauverlaufsfilter montiert und dann geht’s los.

Das erste brauchbare Bild ist noch etwas flau in den Farben, aber die Silhouette des Alpsteins ist schon deutlich zu sehen. Genau dort muss in kurzer Zeit die Sonne erscheinen.

70 mm KB, Blende 8, ISO 200, Grauverlaufsfilter 0.3 ND.

Schon einige Minuten später färbt sich der Himmel rot. Zum Glück hat es einige interessante Wolkenformationen, welche den Himmel beleben.

35 mm KB, Blende 8, ISO 200, Grauverlaufsfilter 0.3 ND.

Unmittelbar vor Sonnenaufgang werden die Konturen der Alpsteinkette wieder deutlich sichtbar. Diesmal mit einem 300 mm Teleobjektiv aufgenommen. Auf dem Säntis sieht man sogar den grossen Sendemast. Der Himmel ist vollständig ins orange Licht der aufgehenden Sonne getaucht.

300 mm KB, Blende 8, ISO 200

Nun ist es soweit. Die Sonne zeigt sich – wie vorhergesagt – über dem Alpstein, genauer: über dem Wildhauser Schafberg. Noch kann man direkt in die Sonne fotografieren ohne Überbelichtungen zu riskieren. Das wird aber in den nächsten Minuten vorbei sein.

300 mm KB, Blende 8, ISO 200

Es wird Tag. Langsam wird die ganze Gegend in das stärker werdende Tageslicht getaucht und die bunten Herbstfarben der Laubbäume beginnen herrlich zu leuchten. Jetzt ist wieder ein starkes Weitwinkelobjektiv gefragt, um die Weite der Landschaft einzufangen.

17 mm KB, Blende 8, ISO 200, Grauverlaufsfilter 0.6 ND.

Das Furttal liegt noch unter dem dichten Nebel. Im Hintergrund im Norden der Hügelzug der Lägern mit dem grossen Flugsicherungs-Radar auf der Hochwacht. Im Vordergrund der prächtige Herbstwald des Altbergs unter mir (Ich stehe ja auf dem Aussichtsturm 33 m über dem Boden.

35 mm KB, Blende 8, ISO 200, Grauverlaufsfilter 0.6 ND.

Ich wende mich aber wieder dem Gegenlicht zu. Zum Glück bin ich alleine auf dem Turm, da stört die laufende Umstellung des Stativs niemanden. Ich traue meinen Augen nicht. Der Nebel steigt langsam den Berg hinauf und verändert die Szenerie im Minutentakt. Es wirkt irgendwie mystisch aber begeisternd, wie der neue Tag allmählich die macht übernimmt. Wie heisst es so schön in der Zauberflöte: «Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht.»

35 mm KB, Blende 8, ISO 200, Grauverlaufsfilter 0.9 ND

Ich stehe da und staune … und ab und zu drücke ich auf den Auslöser. Traumhaft. Das «frühe» Aufstehen hat sich gelohnt. Es ist mittlerweilen 08:50 Uhr – die «Waldschenke Altberg» öffnet um 9 Uhr – perfektes Timing für einen heissen Kaffee.

35 mm KB, Blende 8, ISO 200, Grauverlaufsfilter 0.9 ND

Zur Aufnahmetechnik: Alle Aufnahmen mit der Sony Alpha 850 und verschiedenen «alten» Minolta-Objektiven. Selbstverständlich mit Stativ wegen der langen Belichtungszeiten.

Die Lichtverhältnisse waren wegen des hohen Lichtwertumfangs sehr schwierig. Um Unter- und/oder Überbelichtungen zu verhindern, ist ein Grauverlaufsfilter meist zwingend notwendig. Ich verwende 0.3 ND (1 Blendenstufe), 0.6 ND (2 Blendenstufen) und 0.9 ND (3 Blendenstufen) mit weichem Übergang. Ich benutze die Filter in Form von Glasscheiben, welche ich in einem Halter in der Höhe einstellen kann.

Die ganze Bildershow findet man hier.

 Posted by at 20:46
Oct 102012
 

Hier zeige ich eine meiner Lightroom-Methoden, um den Dunstschleier bei Landschaftsaufnahmen “zu bekämpfen”. Ganz beseitigen kann und soll man den Blauschleier nicht, denn er vermittelt ja auch eine gewisse Bild- und Tiefenwirkung.

Ich habe hier ein Original mit drei Geländeabschnitten (Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund). Das Original ist ziemlich flau und dunstig mit einem im Mittel- und Hintergrund ausgeprägten Blaustich. Ausserdem fehlen richtiges Weiss und richtiges Schwarz sowie kräftige Kontraste und Farben.

HJK_13016_20120727_144128-1

Ich möchte, dass die Berge im Hintergrund besser sichtbar werden und mehr Farben und Kontraste aufweisen, aber ohne die Tiefenwirkung zu zerstören. Wie gehe ich vor?

Wenn ich nun gleich zu Beginn mit globalen Korrekturen (Tonwertkorrekturen) beginnen würde, könnte ich zwar den Mittel- und Hintergrund verbessern, aber gleichzeitig auch den Vordergrund – und das will ich vorerst nicht.

Deshalb maskiere ich den Vordergrund und bearbeite zuerst nur Mittel- und Hintergrund. Für die Maskierung gibt es zwei Möglichkeiten: Bei geradem Horizont ein Verlaufsfilter darüber ziehen oder bei “krummen” Geländelinien (wie hier) mit dem Maskierungspinsel den Mittel- und Hintergrund ausmalen.

Danach dunkle ich Mittel- und Hintergrund sowie den Himmel ein wenig ab und korrigiere die Tonwerte, erhöhe Kontraste und Klarheit.

HJK_13016_20120727_144128-2

Damit habe ich den Mittel- und Hintergrund schon mal kräftig verbessert und gleichzeitig deren Tonwerte dem Vordergrund angeglichen. Somit kann ich jetzt ausschliesslich mit globalen Korrekturen weiterfahren.

Bei blaustichigen Bildern empfiehlt es sich, den Weissabgleich in Richtung wärmere Farben zu korrigieren:

HJK_13016_20120727_144128-3

Was nun folgt ist eine ganz einfache Tonwertkorrektur über das ganze Bild – so, wie wir das bei jedem Bild machen (sollten):

HJK_13016_20120727_144128-4

So, das wär’s dann schon fast. Zum Schluss habe ich mit dem Korrekturpinsel noch eine ganz kleine Farbkorrektur des kleinen Hintergrundbereichs gemacht (von blau Richtung blaugrün) und das ganze Bild noch ein wenig aufgehellt sowie die Farbsättigung der grünen Farbe ein wenig abgeschwächt.

HJK_13016_20120727_144128-5

Das ist eine Methode, den Dunst und den Blaustich zu korrigieren, aber es führen bekanntlich viele Wege nach Rom …

 Posted by at 08:50
Sep 032012
 

Als ich mit dem Auto ankomme liegt die Schwägalp und die Säntis-Westwand noch im Schatten. Mit der nächsten Fahrt geht es dann ganz bequem auf den Gipfel (2501.9 m ü. M.) der Sonne entgegen und nach einem Gipfel-Kaffee (Kaffee mit Gipfel) zu Fuss Richtung Lisengrat.

Schön sieht man die Gesteinsfaltungen im Gipfelbereich. Das Alpsteinmassiv ist, anders als die überwiegend aus Granit bestehenden Zentralalpen, ein Kalksteinmassiv und stellt damit eine Art westliche Fortsetzung der weiter östlich zwischen Deutschland und Österreich verlaufenden nördlichen Kalkalpen dar.

Der Blick Richtung Kurfirsten und Toggenburg ist immer wieder beeindruckend. Dort unten im Talboden hinter dem Waldstück liegt auch mein Tagesziel: Wildhaus. Im Bild das Dorf Unterwasser.

Kaum gestartet, kommt das erste «Hindernis»; der kurze Aufstieg zum “Chalbersäntis”. Dahinter von links nach rechts Nädligergrat, Moor, Jöchli  und der Wildhauser Schafberg.

Aha, das sieht ja vielversprechend aus. Hier sieht man, was noch alles an ausgesetzten Stellen auf mich zukommt. Aber alles kein Problem – sieht von weitem schlimmer aus, als es ist.

Der Blick zurück zu den alten Säntis-Häusern. Ein Besuch dieses gemütlichen Teils des Säntis lohnt sich allemal. Der rechte Teil wurde vor kurzem vollständig neu aufgebaut. Dazu musste unter anderem ein Bagger hochgebracht werden. Da dieser zu schwer war für einen Hubschrauber, fuhr er halt «ganz einfach» selber hoch. Hier das Video dieses einzigartigen Unternehmens.

Dem Blick nach WSW: Im Vordergrund links die Zacken der Silberplatten und rechts der Grenzkopf. Im Mittelgrund der markante Stockberg.

Und jetzt herrscht bereits Gegenverkehr. Vermutlich haben diese Wanderer in der Rotsteinpasshütte übernachtet.

Bei den Sicherungen wurde zu Beginn des Lisengrates leicht übertrieben, wohl um dem Wanderer ein gutes Gefühl mit auf den Weg zu geben. Die ganze Route wurde vor einigen Jahren vollständig neu signalisiert und mit neuen Seilen gesichert. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit braucht es aber immer noch.

Atemberaubende Tiefblicke sind jederzeit garantiert; ebenso der Blick zurück auf den mit lauter Hightech verbauten Säntisgipfel. Die alten Säntishäuser sind heute ebenfalls über eine gedeckte Galerie erreichbar.

Doch für mich geht es weiter in stetigem Auf und Ab zum Ostgipfel des Lisengrats. Schon bald kommt der Doppelgipfel des Altmanns ins Blickfeld.

Hier wandert mein Blick nach Osten. Im Vordergrund rechts die Wagenlücke und darüber der Schäfler und die Ebenalp; weiter links die Altenalptürme.

Die furchterregenden Zacken der Silberplatten. Zum Fotografieren sollte man an einem sicheren Stand stehenbleiben, sonst könnte es das letzte Bild gewesen sein. Die meisten Bilder mache ich mit einem uralten 35 – 70 mm KB-Objektiv. Oft wechsle ich auch auf ein 28 mm Weitwinkel.

Nun kommt der Alpboden der Meglisalp ins Blickfeld. Darüber die Marwees und rechts der Hundstein.

Jetzt kommt der spektakuläre Teil des Lisengrats. Immer gut gesichert geht es der fast senkrechten Felswand entlang …

… dann wieder hoch über steile, kaum sichtbare Steintreppen zum nächsten Gratabschnitt.

Oft nutzten die Erbauer geschickt die Struktur der Gesteinsschichten. So entstehen sehr eigenwillige Wegführungen. Ich bin früh unterwegs und bin deshalb fast immer alleine. Eine Schulklasse im Gegenverkehr wäre nicht sehr gemütlich.

Und manchmal wurde auch mit allerlei Hilfsmitteln tüchtig improvisiert.

Es ist Sommer hier oben und überall wachsen die schönsten Bergblumen zwischen den Felsen.

Jetzt kommt der Abstieg zum Rotsteinpass in Sicht. Dahinter die fast senkrechte Flieswand, welche hoch zum Altmann führt. Dort «darf» ich dann zum Altmannsattel hochkraxeln – wie der Weg aussieht und wo er durchführt, lässt sich bloss erahnen. Aber spannend scheint es auf jeden Fall zu werden.

Der Blick zurück: Im Hintergrund die Altenalptürme und davor die Wagenlücke mit dem Weg zum Säntis. Davor erkennt man die SAC Schutzhütte Wagenlücke.

Und immer wieder beeindruckende Tiefblicke, Hier hinunter zur Rossegg/Chärren. Ganz am oberen Bildrand die Meglisalp.

Und schon erreiche ich den «Verkehrsknotenpunkt» Rotsteinpass. Auch auf den Wegweisern sieht man, dass es im Alpsteingebiet haufenweise Gasthäuser und bewartete Hütten gibt. Verdursten muss hier wohl niemand.

Nach einer kurzen Rast zieht es mich weiter zur Flieswand Richtung Altmannsattel und Zwinglipass (Zwinglipasshütte; dort hat es auch eine Beiz).

Kurz nach dem Einstieg in die Flieswand noch ein letzter Blick zurück zum Lisengrat und zum Säntis. Unten rechts die Rotsteinpasshütte (feine Nussgipfel)

Dann geht es nur noch «obsi». Der Weg ist aus Distanz kaum sichtbar, aber sehr gut (rot/weiss) markiert.

Die kritischen Stellen sind mit Stahlseilen gesichert, so dass man immer genügend sicheren Halt findet. Wer immer wieder nach unten blicken möchte, sollte schwindelfrei sein.

Immer wieder finden Blumen einen Platz zwischen den Steinen und Felsen – für mich eine gute Gelegenheit, ein bisschen zu verschnaufen.

Da links geht’s hoch – und rechts steil runter.

Aber bald bin ich oben und schon kommen die ersten Wanderer im steilen Abstieg entgegen, vermutlich vom Fälensee,  von der Chreialp oder vom Mutschensattel.

Ich bin froh, dass ich da hinauf steigen kann, der Abstieg ist wohl sehr mühsam und erfordert grosse Aufmerksamkeit.

Na also. Schon geschafft. Der Aufstieg durch die Flieswand dauerte nur 45 Minuten (210 Höhenmeter)

Nach einer kurzen Mittagsrast beginne ich den Abstieg Richtung Zwinglipass. Auch die Steinbock-Kolonie hält jetzt Siesta am Fusse des Altmanns und lässt sich durch niemanden stören. Zum Glück habe ich mein 100 – 300 mm Zoom mitgeschleppt, so dass ich die Viecher auch etwas grösser ins Bild setzen kann.

Dieser wunderschöne Steinbock wanderte immer ca. 10 Meter vor mir und kehrte mir immer sein Hinterteil zu. Einmal nur schaute er kurz zurück – wohl gestört durch das Klappern des Spiegels meiner Kamera.

Der Altmann sieht von jeder Seite völlig anders aus – hier von der Westseite …

… und hier die imposante Südwand.

Der Abstieg zur Zwinglipasshütte ist recht mühsam und erfordert Aufmerksamkeit, es geht über Karrenfelsen mit vielen Löchern und Rissen.

Doch bald ist auch das geschafft und die Hütte ist nicht mehr fern. Zeit für eine Einkehr. Im Hintergrund der Gätterifirst.

Ich habe mich wohl verlaufen. Aus dem Nebel taucht plötzlich das Matterhorn auf. Matterhorn im Alpstein? Nein, es ist der Girenspitz – dem Matterhorn ähnlich, nicht so mächtig und dominant aber schön.

Nochmals mehr von Süden aus gesehen. Der Klotz links davon das ist der Moor.

Die grosse Chreialp wird beschützt von der Westwand des Chreialpfirst, welcher sich bis zum Mutschensattel hinzieht – auch eine sehr beliebte Wanderroute zur Saxerlücke und (zum Beispiel) weiter zum Hohen Kasten oder zur Bollenwees.

Nach einem weiteren sehr steilen Abstieg erreiche ich (endlich) die Ebene der Alp Tesel. Der Weg geht nun flach über eine Alpstrasse Richtung Gamplüt/Wildhaus.

Der Blick zurück zu den Gebäuden der Alp Tesel. Im Hintergrund tauchen die markanten Kreuzberge auf. Dahinter rechts liegt das Rheintal.

Im Waldstück links ist der Abstieg von der Chreialp sichtbar. Ein erstaunlich breiter Weg mit unzähligen Serpentinen wurde hier in die Wand gebaut, denn über diesen Weg wird das Vieh auf die Chreialp getrieben. Kaum zu glauben.

Nach einer weiteren Stunde erreiche ich endlich die Seilbahnstation Gamplüt. Ganz runter nach Wildhaus laufen mag ich nicht mehr, aber ich habe die Wahl zwischen Seilbahn oder Trottinet mieten. Ich entscheide mich für die Seilbahn – auf einem Trottinet kann man nicht sitzen und ich bin ziemlich müde. Von Wildhaus geht’s mit dem (letzten) Postauto auf die Schwägalp zu meinem Auto. Die ganze Wanderung dauert netto ca. 4.5 – 5 Stunden. Eine anspruchsvolle aber sehr interessante Wanderung mit einem langen Abstieg, welcher garantiert Muskelkater zur Folge hat. Ich benötigte mit allen zeitraubenden Fotostopps knapp 6 Stunden.

Ausnahmsweise habe ich diesmal an Stelle der kleinen Fuji X-100 die grosse Sony DSLR 850 mit vier Objektiven mitgeschleppt (inkl. Grauverlaufsfiltern). Ich habe es nicht bereut, wie die Steinbockbilder zeigen. Ich besitze einen zweiteiligen Fotorucksack, welcher im unteren Teil die gesamte Ausrüstung aufnimmt und im oberen Teil für Verpflegung, Jacke, Regenschutz und andere Wanderutensilien Platz bietet.

 Posted by at 19:45
May 242012
 

Zuerst das Originalbild in Farbe. Leichte Tonwert- und Kontrastkorrekturen. Keine Farbkorrekturen.

OR

Dann eine einfache Graustufenumwandlung ohne weitere Korrekturen. Das ergibt ein langweiliges, kontrastarmes Bild, welches keinesfalls dem Charakter des verfallenen Gebäudes und der Dramatik der Wolkenformationen gerecht wird.

C1282

Durch Erhöhung der Kontraste sowie Abdunkeln des Wolkenhimmels werden die Strukturen in den Wolken wesentlich besser erkennbar. Das Blau des Himmels habe ich zusätzlich durch Reduktion des Blau- und Cyan-Anteils abgedunkelt. Bei der klassischen Analogaufnahme erreicht man das mit einem Rot- oder Orangefilter. Das Bild gewinnt an Aussage und Dramatik. Allerdings fehlen im Vordergrund die feinen Strukturen in den Gebäudeteilen.

LR

Durch Aufhellen des Vordergrundes und Verstärkung der lokalen Kontraste wird das Bild wesentlicher ausgewogener; ohne jedoch die Strukturen in den Wolken zu zerstören. Leichter Grauverlaufsfilter mit ca. 0.6 LW.

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Eine ganz andere Variante: Mit einem leichten high-key Effekt entsteht ein gänzlich anderer Bildeindruck. Keine Dramatik mehr, sondern eine eher friedliche und ruhige Darstellung einer vergangenen Zeit. Überbelichtung ca. 1 LW ohne Ausbrennen der Lichter sowie leichte Kontrasterhöhung.

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Zuletzt habe ich die feinen Strukturen weiter verstärkt und so den Detailreichtum der Wolken und des Gebäudes massiv erhöht. Es entsteht ein fast gespenstig und mystisch anmutender Gesamteindruck. Lichter und Schatten sowie lokale Kontraste und Strukturen (Klarheit) verstärkt.

Diese Variante gefällt mir persönlich eigentlich am besten.

C1287

 Posted by at 09:36
Mar 112012
 

Ein kurzer Ausflug auf den winterlichen Säntis. Eine traumhafte Fernsicht und ein eiskalter Wind.

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Blick auf Unterwasser und die Churfirsten

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Blick gegen den Altmann (am rechten Bildrand), Fälentürme und Hundstein

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Chalbersäntis im Vordergrund, Gamserrugg und Chäserrugg im Hintergrund

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Lisengrat, Rotsteinpass und Altmann

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Stockberg aus der Luftseilbahn vom Säntis

 Posted by at 11:47
Feb 272012
 

In seinem Buch «Kompositionskurs der Fotografie» beschreibt Andreas Feininger seine persönlichen Ansichten zu Kompositionsregeln, welche in Fotolehrbüchern und Fotokursen immer wieder als verbindliche Vorgaben postuliert werden.

Zitat: «Ich will im Folgenden die verbreitetsten akademischen Kompositionsgesetze anführen, die meiner Meinung nach bestenfalls Halbwahrheiten, schlimmstenfalls aber unhaltbare Beschränkungen oder sogar ausgesprochene Irrtümer sind.

Wie ich es sehe, sind in der Fotografie die paar annehmbaren «Regeln» für die Komposition nichts weiter als unverbindliche Vorschläge, mit denen ein Fotograf vertraut sein soll, wobei es ihm aber dann auch freisteht, ihnen zu folgen oder sie zu ignorieren. Begründete Ausnahmen sind selbst für die eisernsten Regeln zu finden und das «Brechen der Regeln» ist gelegentlich das beste Mittel um eine ungewöhnliche Wirkung zu erzielen, vorausgesetzt natürlich, der Fotograf weiß was er tut.

  • Der «Goldene Schnitt» ist, wenn er auch zu ausgewogenen Proportionen führt, kein Allheilmittel. Gerade seiner harmonischen Wirkung wegen führt er leicht zu spannungslosen, daher langweiligen Ergebnissen. Mehr darüber später.
  • Wie der «Goldene Schnitt», so ist auch die Komposition in Form einer S-Kurve kein absolut sicheres Mittel, um ein Foto interessant zu gestalten, sondern ist durch übermäßige Anwendung zum vielleicht abgedroschensten aller bildnerischen Klischees verschlissen worden.
  • Die gesamte Theorie von «Leitlinien» im Foto — von Linien, die angeblich das Auge des Betrachters zu dem sogenannten Mittelpunkt des Interesses im Bilde führen — ist unhaltbar. Wissenschaftliche Untersuchungen dieser Theorie mit Hilfe besonderer «Augen-Kameras«, die die Augenbewegungen des Betrachters aufzeichnen, haben ergeben, dass sich das Auge sofort auf den Bildteil einstellt, der das größte Interesse hervorruft (aber nicht unbedingt mit dem Teil des Bildes übereinstimmt, den der Fotograf zum Mittelpunkt des Interesses ausersehen hat), wobei es die liebevoll konstruierten Leitlinien völlig außer acht lässt.
  • Kompositionen, die auf Dreiecken, gegenläufigen Diagonalen, harmonischen Kurven usw. basieren — grundsätzliche Klischees in den meisten Abhandlungen über Komposition und in Büchern gewöhnlich mit liebevoll gezeichneten Liniendiagrammen illustriert —, existieren nur in den Köpfen der Fotografen, die sie anlegen (und verknöcherten Anhängern der «alten» Fotografie). Tatsächlich kann jedes beliebige Foto, nötigenfalls indem man hier und da etwas abschneidet und einige Einbildungskraft zu Hilfe nimmt, nachträglich irgendeine Art von «Komposition», dreieckig oder sonst wie, beweisen. Allerdings sieht gewöhnlich der unbefangene Betrachter diese Anordnung erst, wenn man sie ihm erklärt, und dann findet er sie belanglos.
  • Der Horizont oder irgendeine andere Hauptlinie darf nie das Foto in zwei gleiche Teile zerschneiden, weil dann die Wirkung «monoton» wäre. Was soll ein Fotograf aber tun, wenn er die Absicht hat, den Begriff von Monotonie in seinem Bild auszudrücken?
  • Bewegung oder Tätigkeit soll im Bild stets von links nach rechts verlaufen, weil «man in dieser Richtung liest». Natürlich falsch. Ausserdem werden gewisse Sprachen von rechts nach links gelesen.
  • lm Foto sollte stets mehr Platz vor dem Objekt gelassen werden als hinter ihm. Ein Irrtum: ein bewegtes Objekt, das nahe an den Bildrand gesetzt wird, zu dem es sich hin bewegt, suggeriert «Ankunft», also einen Begriff, der oft von Bedeutung ist wie beispielsweise bei Rennen.
  • Bei Porträts sollte für das Modell, das nicht direkt in die Kamera blickt, im Bilde mehr Platz vor dem Gesicht als hinter dem Kopf gelassen werden. Nicht unbedingt richtig, zumal wenn Spannung ausgedrückt werden soll.
  • Helle Bildteile ziehen das Auge automatisch stärker an als dunkle. Das ist blühender Unsinn! Jede dunkle, scharf umrissene Form, die vor einem ausgedehnten hellen Hintergrund steht, bildet einen unmittelbaren Anziehungspunkt für das Auge, während der helle Hintergrund unbeachtet bleibt.
  • Die Wiederholung von gleichen oder ähnlichen Bildelementen führt zu besonders interessanten Fotos, den sogenannten «Pattern shots». Völlig unwahr! Es gibt keinen plausiblen Grund, warum ein Foto von einer Menge gleicher (und gewöhnlich uninteressanter) Objekte einem Bild überlegen sein sollte, das nur ein einziges Objekt zeigt. Tatsächlich wirkt ein «Pattern—shot» um so mechanischer und langweiliger, je vollkommener er ist. Ich komme hierauf später noch eingehender zurück.

Andererseits gibt es drei Regeln, die den Ausschnitt von Fotos betreffen, zu denen ich
nie eine Ausnahme gefunden habe.»
Zitatende

In einem weiteren Kapitel im gleichen Buch erwähnt er die drei Regeln, zu denen er – bei guten Bildern – nie Ausnahmen gefunden hat. 

Zitat: «Unschöne Bildbegrenzungen können verbessert werden, indem man kleine Ausschnittsveränderungen beim Vergrössern vornimmt. In dieser Hinsicht sollten drei Regeln beachtet werden — die einzigen »Kompositionsregeln, zu denen ich nie Ausnahmen gefunden habe:

  1. Kleine weisse Flächen, die in den Bildrand auslaufen, geben den Anschein, als sei der Bildrand «angeknabbert»; das wirkt um so unangenehmer, je dunkler die anschliessenden Flächen sind. Solche hellen Stellen macht man beim Vergrössern durch Nachbelichten dunkler.
  2. Runde Formen oder Kurven, die nahe am Bildrand liegen, sollten nie die Ränder des Bildes berühren. Entweder sollen sie durch genügenden Abstand vom Bildrand getrennt oder aber kühn angeschnitten sein, d. h., ein verhältnismässig grosser Teil der Kurve wird im Bild abgeschnitten.
  3. Linien, die mehr oder weniger diagonal gegen eine der Bildecken verlaufen, sollten nie genau den Winkel spalten, der von der waagerechten und senkrechten Kante des Bildes gebildet wird. Statt dessen sollten sie in genügender Entfernung von der Bildecke entweder in die senkrechte oder in die waagerechte Kante auslaufen.» Zitatende

Andreas Feininger:«Kompositionskurs der Fotografie», Econ Verlag GmbH Wien, 1974, ISBN 3430 12705 X, vergriffen.

 Posted by at 21:22